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Foto: Piet Spaans (holländischer Rhein)
Romanogobio belingi (Slastenenko 1934)
Auch Weißflossengründling
Signifikantes Merkmal: Die Bartelenden reichen bis hinter das Auge.
Die Körperform zeigt deutlich den grundlebenden Strömungsfisch. Der Kopf besitzt eine relativ lange Schnauze und am unterständigen Maul zwei Barteln. Das Auge ist ebenfalls verhältnismäßig groß. Die Schwanzflosse ist gegabelt. Auffällig ist die Nähe des Afters zu den Bauchflossen und nicht zur Afterflosse.
Die Färbung ist je nach Bodenfarbe variabel und ähnelt sehr dem bekannteren Gründling. Bei genauer Schuppenbetrachtung haben die Rückenschuppen ein gekieltes Muster. Die Rücken- und Schwanzflosse zeigen nur sehr geringe schwarze Punkte, wovon auch der Name „Weißflosse“ herstammt. Die Anzahl der Schuppen an der Seitenlinie ist immer unter 44.
Nahrung: Kleintiere, Insektenlarven, größere Makrozoobenthos.
Fang: Eher zufällig mit der Feederrute in den Tiefen großer Flüsse. Er gilt zudem als nachtaktiv. Der Fisch ist dem Barbenbereich innerhalb der Brassenregion zuzuordnen.
Größe: etwa 10 - 13 cm, bei einem maximal dokumentierten Alter von 5 Jahre.

Geschichte:
Der Fisch wurde erstmalig 1934 im Unterlauf der Schwarzmeerzuflüsse Dnjestr, Bug und Dnjepr beschrieben. Er liebt den sandigen bis tonigen Grund schnell fließender Ströme. Erste Nachweise in Deutschland gelangen erst Anfang der 90er Jahre aus den Unterläufen der Oder/Neiße, Elbe/Havel (incl. Sachsen) und dem Rhein. Vorkommen in weiteren Tieflandflüssen, wie Ems und Weser werden vermutet. Ein Erstfund steht dort noch aus. Durch die Lebensweise in der Mitte von Großflüssen und der Nachtaktivität ist ein kontinuierlicher Nachweis sehr schwer möglich. Im Anhang II der FFH-Richtlinien wird er noch fälschlich als Gobio albipinnatus („Weißflossengründling) bezeichnet, obwohl mit dem deutschen Trivialnamen 3 verschiedene Arten existieren.
Er hat keine fischereiliche Bedeutung.

Laichzeit: Ab dem 2. Lebensjahr. Der Stromgründling laicht auf sandigen bis kiesigen Substraten und die frisch geschlüpfte Brut lebt unmittelbar auf der Grundoberfläche. Vermutlich ist der komplette Lebenszyklus in strommittigen Lebensräumen zu erwarten. Ansonsten ist nicht viel über die Ökologie bekannt. Er scheint jedoch nicht selten zu sein.

Schonzeit: Ganzjährig in allen Bundesländern.

Zur Beachtung: Verwechselungsmöglichkeit mit Gründling und Donaugründling.