Angelpark-Schauen
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  1. #1
    Plötzenplatscher
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    Kennt sich einer näher mit Krebsen (amerikanische Signaler) aus?

    Servus,

    hat jemand von Euch Erfahrung mit Populationszyklen der amerikanischen Signalkrebse?

    Folgendes: Nettes kleines Gewässer, entspringt im alpinen Vorland, entwässert in den Inn. Wir hatten in den letzten Jahren eine Signalkrebsplage: Angeln auf Grund war nicht mehr möglich, Brut ist kaum noch aufgekommen. In einer Nacht schnell mal 80 Krebse in einer Reuse.

    Natürlich haben wir Reusen gesetzt ohne Ende und uns auch immer richtig gefreut, denn glücklicherweise schmecken die Teile ja köstlich. Auch im letzten Herbst hatten wir noch unverändert volle Reusen.

    Und seit diesem Winter: Nix mehr. Keine Krebse beim Grundfischen an der Angel, kaum noch Krebse in den Reusen. Wir haben im Frühjahr unglaublich viele tote und aufgebrochene Krebse ausgedörrt am Ufer liegen sehen, auch kapitale Exemplare. Es müssen über die ganze Strecke viele, viele Dutzend, vielleicht hunderte toter Krebse gewesen sein. Ein Vogel? Ein Otter? Krankheit?

    Haben solche Krebspopulationen irgendwelche bekannten Zyklen? Richtig schlimm wurde es etwa vor drei Jahren, mit dem letzten Jahr als Höhepunkt in der Krebsmenge. Ist da was bekannt?

    Ist irgendetwas Richtung einer grassierenden Krankheit bekannt?

    Ich denke, daß es für das Gewässer erst einmal großartig sein wird, weniger Krebse zu haben: Ein Luftholen für die natürlich aufkommende Fischpopulation. Und das Angeln macht wieder Spaß.

    Einzig die Idee einer Krankheit macht mir etwas Sorgen - auch wenn die amerikanischen Signaler eindeutig agressive Neozoten sind und selber ja Überträger der Krebspest und nichts in unsere Gewässern zu suchen haben: Sollte es da eine Epidemie geben, wäre das auch nicht gut, denn wer weiß, wer sich dann noch ansteckt in den Gewässern...

    Habt Ihr in Euren Gewässern Amerikaner und ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Beste Grüße
    Isarfischerin

  2. #2
    Waller-Knaller Avatar von Rumpelrudi
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    Wir haben hier überwiegend die Kamberkrebse, die sich in die kalten Bäche nicht reintrauen.

    Krebse sind sehr empfindlich gegenüber den so genannten Pflanzenhilfsstoffen. Hinter dem netten Namen verbergen sich Algizide, Insektizide und Herbizide. Aber auch Düngemittel, welche zu früh ausgebracht wurden. Pflanzen können bei unter 10 Grad keinen Dünger aufnehmen, so dass dieser ungenutzt ins Gewässer gespült wird. Versuche mal den Bachboden auf Kupfer zu untersuchen und schaue mal, ob die Bachflohkrebse noch vorhanden sind.

    Vielleicht haben sich die Krebse auch nur zur falschen Zeit gehäutet, als ihre Verstecke durch Sedimente zugespült wurden. Dann sind sie leichte Opfer für Wasseramseln, Wasserspitzmäuse und andere Beutegreifer.
    Angeln ist die einzige Philosophie, bei der jemand, der Glück hat, satt werden kann.

  3. #3
    Plötzenplatscher
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    Hallo Rmpelrudi,

    wie kann man Kupfer prüfen? Gibts da irgendwo Testsets oder muß ich gleich das Wasserwirtschaftsam samt Großlabor hinzuziehen?

    Landwirtschaftlichen Eintrag haben wir leider mehr als genug, dies aber schon seit Jahren unverändert. Würde mich wundern, wenn das ausgerechnet in diesem Winter zum Tragen gekommen sein sollte.

    Und ein rechtes Hochwasser, was überdurchschnittlich viel Sediment eingetragen haben könnte, hatten wir länger nicht mehr. Das schlimmste war vor zwei Jahren das Junihochwasser. Danach ist die Krebspopulation allerdings gleich geblieben, vielleicht sogar gestiegen. Seit letztem Herbst nichts mehr, was irgendwie der Rede wert sein könnte - diese Überlegung würde ich eher ausschließen.

    Vielen Dank!

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